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Unsere Antwort an die Pforzheimer Zeitung

Am 13. März haben wir von der Pforzheimer Zeitung eine Anfrage erhalten. Die Anfrage selbst und unsere Antwort können Sie hier im Folgenden in voller Länge nachlesen.

Sehr geehrte Damen und Herren der Baptistenkirche Zuverlässiges Wort,

in Ihren Reihen ist Herr Anselm Urban als Prediger und Evangelist tätig. Und es werden auf Ihrer Homepage von Herrn Urban Predigten veröffentlicht. Herr Urban ist in der Vergangenheit durch nicht gesetzeskonforme Reden aufgefallen und in Görlitz wegen Volksverhetzung, Beleidigung und öffentlicher Aufforderung zu Straftaten zu einer Geldstrafe von 85 Tagessätzen zu insgesamt 1020 Euro verurteilt worden. Das Verfahren ist seit Anfang März rechtskräftig und die Schuld ist auch bezahlt worden, so die Pressestaatsanwaltschaft in Görlitz.

Aufgrund von Hinweisen aus unserer Leserschaft möchten wir nachfragen, wie die Baptistenkirche Zuverlässiges Wort zu Herrn Urban steht? Uns wurde berichtet, dass Herr Urban aufgrund seiner Bibelauslegung Probleme etwa mit Homosexuellen oder Aidsinfizierten habe und fordere, diese aus dem Verkehr zu ziehen. Ist das richtig?

Ferner wurde uns mitgeteilt, dass Herr Urban mittlerweile von den USA aus predigt und in Tempe (Maricopa-County) angesiedelt ist, also nicht weit entfernt von Phoenix (Arizona), dem Sitz Ihrer Faithful World Baptist Church. Ist das richtig?

Wir möchten gerne von Ihnen wissen, wie Ihre Kirchengemeinde das Spannungsfeld einstuft, wenn durch eine bestimmte Bibelauslegung weltliche Gesetze des Staates Bundesrepublik Deutschland negativ berührt werden.

Gerne würden wir uns auch direkt an Herrn Urban wenden. Haben Sie eine E-Mail-Adresse, bei der die Redaktion Ihn zeitnah erreichen könnte? Im voraus herzlichen dank!

Sie können uns gerne remailen oder uns auch telefonisch erreichen.

Mit freundlichen Grüßen
Peter Marx
Redakteur – Redaktion Region

Unsere Antwort

Sehr geehrter Herr Marx,

ich bin in der Baptistengemeinde „Faithful Word Baptist Church“ in Tempe angestellt und bin verantwortlich für die Arbeit unserer Ableger-Gemeinde Baptistenkirche Zuverlässiges Wort in Pforzheim. Es ist korrekt, dass ich in Tempe wohne.

Selbstverständlich steht unsere Kirche geschlossen hinter meinen, auf der Bibel gründenden, Aussagen.

Ich und wir als Baptistenkirche glauben, dass Homos mit der Todesstrafe bestraft werden sollen aufgrund der eindeutigen Aussage in 3. Mose 20,13: „Wenn ein Mann bei einem Mann liegt, als würde er bei einer Frau liegen, so haben sie beide einen Gräuel begangen, und sie sollen unbedingt getötet werden; ihr Blut sei auf ihnen!“ Da AIDS nunmal fast ausschließlich von Sodomitern übertragen wird, wäre die Umsetzung einer Todesstrafe für Homos die effektivste Methode, AIDS auszurotten. Wir sehen AIDS als Gottes Rache an Homos – s. Römer 1,27: „gleicherweise haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind gegeneinander entbrannt in ihrer Begierde und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den verdienten Lohn ihrer Verirrung an sich selbst empfangen.“ – und im weiteren Sinne an einer Gesellschaft, die Perverse und Gottes Feinde toleriert.

Für die Durchsetzung der Todesstrafe, genauso wie anderer Strafen, ist selbstverständlich der Staat verantwortlich. Denn die Bibel lehrt kontinuierlich im Alten wie im Neuen Testament, dass Gott Obrigkeiten als Exekutive vorgesehen hat, nachzulesen bspw. in Römer 13,4 über die Obrigkeit: „Denn sie ist Gottes Dienerin, zu deinem Besten. Tust du aber Böses, so fürchte dich! Denn sie trägt das Schwert nicht umsonst; Gottes Dienerin ist sie, eine Rächerin zum Zorngericht an dem, der das Böse tut.“ Höhere Mächte wie auch der deutsche Staat haben sich also vor Gott dafür zu verantworten, dass sie darin versagen, Gottes Gericht zu vollstrecken – dem einzelnen Christen obliegt diese Aufgabe nicht.

Da die Bundesrepublik Deutschland – zumindest auf dem Papier – ihren Bürgern Religionsfreiheit zusichert, sehe ich keinerlei „Spannungsfeld“. Ein Spannungsfeld existiert vielmehr innerhalb der deutschen Gesetzgebung und ihrer von derzeitiger Tunten-Politik beeinflusster Interpretation, die die Religionsfreiheit einschränkt. Als Christ – und insbesondere als Prediger – ist es meine Aufgabe, kompromisslos zu Gottes Wort zu stehen. Soweit das nach aktueller Auslegung der Religionsfreiheit möglich ist, berufe ich mich gerne auf diese weltlich zugesicherte Freiheit. Unabhängig davon schreibt mir aber die Bibel vor: „Verkündige das Wort, tritt dafür ein, es sei gelegen oder ungelegen; überführe, tadle, ermahne mit aller Langmut und Belehrung!“ (2. Timotheus 4,2) Sprich: Ob es den Leuten gefällt oder nicht, ob es dem Staat gefällt oder nicht, bin ich aufgefordert, die gesamte Bibel zu predigen.

Dementsprechend wird in der Baptistenkirche Zuverlässiges Wort weiterhin zuverlässig jeder Bibelvers gepredigt – ob das dann als „nicht gesetzeskonforme Rede“ eingestuft wird, ist völlig irrelevant, da die Bibel unmissverständlich sagt: „Aber Petrus und die Apostel antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!“ (Apostelgeschichte 5,29)
Gleichermaßen gilt auch: „Ordnet euch deshalb aller menschlichen Ordnung unter um des Herrn willen, es sei dem König als dem Oberhaupt
oder den Statthaltern als seinen Gesandten zur Bestrafung der Übeltäter und zum Lob derer, die Gutes tun.“ (1. Petr. 2,13-14)

Aufgrund dieser und weiterer Verse gilt daher für jeden Christen folgende Handlungsweise: Wir ordnen uns der Staatsgewalt unter, weil Gott es will – solange die jeweiligen weltlichen Gesetze uns nicht zu Sünde anhalten, d.h. gegen Ge- und Verbote der Bibel zu verstoßen. Denn die höchste Autorität hat die Bibel. Daher werde ich weiterhin meiner Aufgabe nachkommen und uneingeschränkt Sünden und auch einzelne Personen beim Namen nennen – „Beleidigung“ hin oder her. Schließlich ist es die Bibel, die Homos als unvernünftige Tiere und Hunde bezeichnet.

Wir als Baptistenkirche Zuverlässiges Wort werden weiterhin das Evangelium von Jesus Christus, genauso wie den Rest der Bibel predigen.

Melden Sie sich gerne zurück, sollten Sie weitere Fragen haben oder falls Unklarheiten bestehen (bitte die Zeitverschiebung Deutschland – USA beachten).

Freundliche Grüße

Anselm Urban

Daraufhin gab es zwei Rückfragen von Herrn Marx:

Sehr geehrter Herr Urban, 

herzlichen Dank für Ihre ausführliche Schilderung. Können Sie uns noch mitteilen, wieviele Mitglieder die Faithful World Baptist Church insgesamt hat und wieviele Gläubige es bei der Baptistenkirche Zuverlässiges Wort in Pforzheim gibt? 

Mit freundlichen Grüßen 
Peter Marx
Redakteur – Redaktion Region

Sehr geehrter Herr Urban, 

hätten Sie uns womöglich auch ein von Ihnen autorisiertes Farbbild von sich im jpeg-Format als Anhangdokument und dürfte ich Sie noch nach Ihrem Alter fragen? Ganz herzlichen dank!

Mit freundlichen Grüßen 
Peter Marx
Redakteur – Redaktion Region

Darauf haben wir wie folgt reagiert – man beachte auch die Klarstellung bzgl. des Vorwurfs, wir forderten die Todesstrafe für AIDS-Infizierte im Allgemeinen.

Sehr geehrter Herr Marx, 

typischerweise finden sich an einem Sonntagmorgen in Faithful Word Baptist Church um die 300 Gottesdienstteilnehmer zusammen, oft mehr. Natürlich schwanken die Zahlen etwas (wir haben auch Gottesdienste am Sonntag- und Mittwochabend). Eine formale Mitgliedschaft haben wir nicht. Im Schnitt finden sich in Pforzheim zum Gottesdienst zehn Teilnehmer ein, aber das ist keine genaue Zahl, da wir erst vor ein paar Wochen mit regelmäßigen Gottesdiensten begonnen haben. Viele von uns kommen von weiter weg, sodass sie nicht jeden Sonntag dabei sind. 

Ich habe nichts dagegen, wenn Sie mein Foto von unserer Website (Rubrik Über uns) verwenden. Ich bin 25 Jahre alt. 

Ein Kommentar noch zu der Behauptung, ich würde auch fordern, AIDS-Infizierte im Allgemeinen „aus dem Verkehr zu ziehen“ – da hat die Person aus Ihrer Leserschaft wohl eher das gehört, was sie hören wollte. Aus dem Kontext meiner Predigt „Was wir glauben“ geht nämlich eindeutig hervor, dass ich mich mit meinem Kommentar bzgl. AIDS ebenfalls auf Homos beziehe (Statistiken des RKI sprechen eine deutliche Sprache…) Selbstverständlich lehren wir als Kirche nicht, dass die Todesstrafe auch für bspw. durch eine kontaminierte Blutkonserve infizierte Unschuldige gelte. Das wäre absurd und ginge weit über das hinaus, was die Bibel schwarz auf weiß sagt. 

Freundliche Grüße 

Anselm Urban 

Angenommen, Sie würden heute sterben…

…sind Sie sich zu 100% sicher, dass Sie in den Himmel kommen?

12 Gedanken zu „Unsere Antwort an die Pforzheimer Zeitung“

  1. Sehr geehrter Herr Urban!
    Da haben Sie sicher übersehen, dass Jesus Christus für alle Sünden und für alle Menschen am Kreuz gestorben ist. Jedem, der das für sein Leben annimmt, und Jesus als Herrn und Erlöser annimmt, wird vergeben. Sind Homosexuelle etwa davon ausgenommen? Das wäre wohl ein anderer Jesus, oder?

  2. Sie rechtfertigen die Todesstrafe für Homosexuelle mit 3.Mose 20,13? Noch im 21. Jahrhundert? Ernsthaft? Was machen Sie dann mit 2.Mose 31,15? „Jeder, der am Sabbat arbeitet, hat den Tod verdient.“

    1. Hallo,
      wieso nehmt ihr das mosaische Gesetz um damit zu belegen dass Homosexuelle (durch Menschen bzw. den Staat) getötet werden sollen? Ist dieser Bund noch gültig für uns oder gilt ein neuer Bund?

      Aus 3. Mose 18 25 ist ersichtlich dass Gott diese Menschen richten wird, nicht die Menschen:
      Und dadurch ist das Land verunreinigt worden. Darum will ich ihre Missetat an ihm heimsuchen, daß das Land seine Einwohner ausspeie.

      Lebt ihr nach den Speisegeboten und haltet den Shabath?

      Viele Grüße,
      Michael

  3. Als Pastor einer ev. Freikirche in Pforzheim (26 Jahre), bin ich zutiefst erschüttert, wie theologischer Konsens und biblische Hermeneutik vollkommen außer Kraft gesetzt werden. Ich habe mir deine Predigt angehört, lieber Anselm, und habe den Geist der Irrlehre deutlich unterscheiden können. Wie Saulus eiferst du für die Umsetzung des Gesetzes und schlägst dabei gegen Stachel aus. Römer 3,23-24: denn alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren. Doch werden sie ohne eigenes Zutun durch seine Gnade gerecht gesprochen. Das geschieht aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ‹Wirklichkeit geworden› ist. Römer 6,1-14: Was bedeutet das nun für uns? Sollen wir etwa weiter sündigen, damit Gott Gelegenheit hat, uns seine Gnade in ihrer ganzen Größe zu zeigen? Natürlich nicht! Als Christen sind wir für die Sünde tot. Wie könnten wir da noch länger mit ihr leben? Ihr wisst doch, was bei der Taufe geschehen ist: Wir sind auf den Namen von Jesus Christus getauft worden und haben damit auch Anteil an seinem Tod. Durch die Taufe sind wir also mit Christus gestorben und begraben. Und wie Christus durch die Herrlichkeit und Macht seines Vaters von den Toten auferweckt wurde, so haben auch wir ein neues Leben empfangen und sollen nun so handeln, wie es diesem neuen Leben entspricht.

    In deiner Predigt sagtest du hassgetrieben, dass wir als Christen Homosexuelle hassen sollen. Es ist genau diese Häresie, die den Leib von Christus Schaden hinzufügt. Ja, ich predige auch, dass die Praxis der Homosexualität Sünde ist, genauso wie Ehebruch, Götzendienst oder das Verbreiten von Irrlehren. Gott verabscheut die Taten, aber nicht den Menschen. Er hasst die Sünde, liebt aber den Menschen. Epheser 6,12: Denn wir kämpfen nicht gegen Menschen, sondern gegen Mächte und Gewalten des Bösen, die über diese gottlose Welt herrschen und im Unsichtbaren ihr unheilvolles Wesen treiben. Römer 5,8: Gott aber beweist uns seine große Liebe gerade dadurch, dass Christus für uns starb, als wir noch Sünder waren.

    Lieber Anselm, ich bete für dich. Und ich bete dafür, dass die Furcht des Herrn sich in dir breit macht, denn sie ist der Anfang aller Weisheit. Ich bete dafür, dass der Herr mit dir und deinen Predigten arbeitet, damit sie keinen größeren Schaden anrichten und unser Herr verherrlicht werden kann. Ich empfehle dir das Buch von Timothy Keller – Predigen: Damit Gottes Wort Menschen erreicht.

    Lukas 17,1-3: Jesus sagte zu seinen Jüngern: »Es ist unvermeidlich, dass Dinge geschehen, durch die Menschen zu Fall kommen. Doch wehe dem, der daran schuld ist! Es wäre besser für ihn, man würde ihm einen Mühlstein um den Hals legen und ihn damit ins Meer werfen, als dass von solchen gering Geachteten wie diesen hier auch nur einer durch ihn zu Fall kommt. Seht euch also vor!«

    1. Jupp, lieber Anselm – immer gut wenn wir zunächst mal auf uns selbst schauen, hab ja keinen Plan wie tatsächlich sündenfrei dein Leben hinter der Fassade ist – meines ist leider nicht ganz frei davon, und jeden Tag mache ich mich dran diese Sünden zu bekämpfen. Manches gelingt, anderes bleibt ein Kampf.
      Und doch bin ich Gottes Kind, auch in meiner Fehlerhaftigkeit.
      Wäre ich ohne Schuld, wäre Jesus Tod am Kreuz eine Farce.
      Wie ist es jetzt mit der Sünde? Gibt es da einen biblischen Katalog der nach Schwere ordnet? Wäre mir jetzt echt neu!?
      Wessen Part ist es Sünde zu richten? Meine Bibel sagt, nicht meiner – es sei denn ich mache mich zu einem Gott, dann Mal viel Spaß beim jüngsten Gericht.
      Sagt Wort Gottes nicht, dass wie wir richten, mit dem Maß auch wir gerichtet werden? Au Backe!
      Heißt das alles zu tolerieren? Bei weitem nicht, dies wäre eine lieblose Toleranz – aber vielleicht einfach immer mit dem gnädigen Blick auf meine eigene Schwachheit und mit Liebe.

  4. Sehr geehrter Herr urban, Sie sind noch ziemlich jung.. haben sie vergessen, dass in der Bibel steht: „Gott liebt den Sünder, aber er hasst die Sünde“? Das ist der Unterschied: wir dürfen nicht die Sünde verharmlosen oder rechtfertigen oä. Aber Gott liebt den Sünder!- Hat sich selbst in seinem Sohn geopfert. Er möchte die Menschen zurückgewinnen , auf seine Seite, in seine Nachfolge. Liebe siegt immer! Außerdem ist Gott der Richter, nicht wir!- möge er auch Sie auf den richtigen Weg mit ihm, ihm nach!- bringen!

  5. Alle Diskussionen werden nicht verhindern können, dass am Ende Gott entscheidet, was in Ordnung ist und was nicht. Ich befürchte allerdings an dieser Stelle keine guten Nachrichten für die Gutmenschen.

  6. Die megaultraorthodoxen Juden sind die größten Feinde des Judentums, die fundamentalistischen Gruppierungen des Islams, Taleban, ISIS, Al Shabaab usw., sind die größten Feinde des Islams und solche Gruppierungen und „Prediger“ wie dieser hier, zählen zu den größten Feinden des Christentums. Alles ein ziemlich gleicher Menschenschlag, interreligiös ein Abwasch.

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